Donnerstag, 20. Juli 2017

Fantasy und ihr Anspruch auf Realismus vs. Unsere Erwartungen

Beim Scrollen durch Facebook entdeckte ich eine Seite, die für die Charaktere aus Game of Thrones Schauspieler herausgesucht hat, die dem tatsächlichen Alter der Charaktere entsprechen, nämlich hier: http://thronesrealm.com/if-9-game-of-thrones-characters-were-played-by-actors-of-their-own-ages/
Reaktion einer Userin: Im Ernst??? Ich meine im Ernst???
Wer liest denn Kinderponos???
Ist das echt so???

Nun erst einmal die harte Wahrheit über die Serie: Ja, die Schauspieler sind älter als die Charaktere und ja, das Aussehen der Charaktere ist zum Teil sehr weichgespült gegenüber G.R.R. Martins Beschreibungen.

Als Autor stellt man nun schnell die Frage nach dem Warum.
Und eine Sache wurde für mich da sehr schnell offensichtlich.12 Jahre in unserer heutigen Welt und 12 Jahre in der sehr mittelalterlichen Welt von Game of Thrones ist ein großer Unterschied. 
In unserer heutigen Welt gilt man mit 12 noch als Kind und das in meinen Augen auch zurecht. Wenn man bedenkt, dass die Lebenserwartung zumindest in den Industrienationen irgendwo um die 80 Jahre herumgammelt, hat man mit 12 auch gerade mal etwas weniger als ein Sechstel seines Lebens gelebt. 
In einer mittelalterlichen Welt beträgt die Lebenserwartung für die Einfachen eher so um die 35 Jahre, womit man mit 12 bereits ein gutes Drittel seines Lebens gelebt hat und damit notgedrungen bereits als erwachsen gelten muss, weil es sonst mit der Reproduktion nicht rechtzeitig hinhaut.
Ich rechne euch das jetzt mal mit meinen eigenen Lebensdaten vor. Ich bin 26 und kinderlos, würde ich in einer mittelalterlichen Welt jetzt mit dem Kinderkriegen anfangen, könnte ich noch neun Kinder in die Welt setzen, wenn ich die durchschnittliche Lebenserwartung lebe und jedes Jahr ein Kind bekomme. Und wenn wir jetzt davon ausgehen, dass neun von zehn Kindern das Erwachsenenalter nicht erreichen, dann hat meine Familie ein kleines Problem. Nämlich die Tatsache, dass wir aussterben. Das sieht ein bisschen besser aus, wenn ich mit 13 oder 14 das erste Kind bekommen hätte, dann wären wir nämlich bei irgendwas um die 15 Kinder, selbst wenn es nicht jedes Jahr geklappt hätte.
Und nehmen wir jetzt einmal an, ich wäre ein Mann. Dann konnte ich mir zwar prinzipiell länger Zeit lassen, weil erstens keine biologische Uhr tickt und zweitens ich zumindest nicht das hohe Risiko habe, bei der Geburt eines Kindes zu sterben. Aber ich brauche auch eine Frau, die ich nicht schon in der ersten Schwangerschaft verliere. Also macht es durchaus Sinn, wenn ich die erste Frau verloren habe, eine möglichst junge Frau zu heiraten, um den Zeitverlust durch den Tod und das Trauerjahr wieder auszugleichen.
Man sieht also, die frühen Heiraten entsprangen nicht fragwürdigen Vorlieben der damaligen Männer sondern dem erbitterten Überlebenskampf, den im Übrigen nicht nur die Einfachen führten. Denn auch adelige Frauen starben im Kindbett. 
Und die Kinder damals wussten, was Sache war. Sie sahen ihre Geschwister an Krankheiten und Unfällen sterben, sie sahen Nachbarn sterben und gerade die Jüngsten einer Familie sahen oft auch die Eltern sterben und wurden von den älteren Geschwistern großgezogen. Solche Praktiken gab es übrigens noch bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Ich kann hier sogar meine eigene Familie als Beispiel anführen: Die Mutter meines Großvaters starb 1918, als mein Großvater vier Jahre alt war und hinterließ sechs Kinder. Sein Vater heiratete erneut und die Frau war jünger, als die ältesten Kinder. Sie bekam ebenfalls sechs Kinder. Nun befinden wir uns hier schon in einer deutlich weiter fortgeschrittenen Gesundheitsversorgung, was mir mütterlicherseits eine riesige Verwandtschaft eingebracht hat. Aber der Gedanke der Absicherung durch die vielen Kinder war selbst zu dieser Zeit noch gegeben.

Nehmen wir jetzt also an, ich wäre ein Kind im Mittelalter. Ich weiß, wie schnell das Leben vorbei sein kann, ich habe vielleicht sogar jüngere Geschwister bereits sterben gesehen. Ich weiß, dass ich früh selbst Kinder haben muss, wenn ich in der Lage sein will, wenigstens einige von ihnen aufwachsen zu sehen und ich weiß auch, was zwischen Mann und Frau so passiert. Vielleicht nicht so direkt, aber ich bin mit dem lieben Vieh aufgewachsen und kenne den Zusammenhang zwischen den Aktivitäten dort und der Geburt von Tierbabys. Ich weiß also, was für mich ansteht. Ich arbeite von Sonennauf- bis Sonnenuntergang sehr hart. Kurz gesagt, ich bin schon lang kein Kind in dem Sinne mehr. Und das schlägt sich aller Wahrscheinlichkeit nach auch in meiner Erscheinung nieder.
Wenn wir uns einmal in Entwicklungsländern umsehen, dürfte auffallen, dass die Menschen dort häufig für ihr tatsächliches Alter zu alt aussehen.
Und damit haben wir auch den Grund, warum die Schauspieler teilweise doppelt so alt sind, wie die Figuren. Die Darstellerin, die auf der Seite beispielsweise als Altersentsprechung für Arya rausgesucht wurde, ist zwar niedlich, aber viel zu kindlich und zerbrechlich für  die Figur der Arya Stark. 

Die Menschen damals mögen durchaus den körperlichen Standards des entsprechenden Alters entsprochen haben, aber sie waren zwangsläufig geistig älter.
Und damit kommen wir zu einem kleinen Problem, das ich als Autorin habe. Siedle ich eine Geschichte in einem solchen Setting an, stehe ich vor der Frage, welchem Realismus ich folge. Folge ich dem unserer modernen, westlichen Welt und passe das Alter der Charaktere entsprechend an oder folge ich dem des Settings und setze mich der Gefahr aus, dass die Leser meine Charaktere viel zu jung finden, oder dass ein Roman gar als Kinderbuch eingestuft wird, der gar keines ist?
Wie handhabt ihr diese Zwickmühle? Postet das doch bitte in die Kommentare, es würde mich wirklich interessieren.

Dienstag, 18. April 2017

Alte Liebe rostet nicht

Nein, das wird kein kitschiges Geständnis, dass ich nun nur noch Liebesschnulzen schreiben will.
Ich habe auch das Wort zum Sonntag nicht vergessen, aber in den letzten Wochen ist schreibtechnisch hier einfach gar nichts passiert und ich hätte quasi jede Woche das Gleiche schreiben müssen, nämlich dass mein Privatleben gerade etwas turbulent ist und mir keine Zeit und Energie zum Schreiben übrig lässt. Und da ich nicht immer das Gleiche schreiben wollte, habe ich es gelassen.

Nun aber zum eigentlichen Post. Wer mich schon länger kennt, weiß dass ich schon seit etlichen Jahren eine große Faszination für die Kelten habe. Insbesondere Boudica hat es mir angetan. Fragt mich jetzt bitte nicht, warum, ich kann es nicht sagen, aber diese geschichtliche Persönlichkeit fasziniert mich. Ein Buch oder Film, in dem Boudica vorkommt, hat auf jeden Fall Chancen, von mir beachtet zu werden. Dazu kommt noch eine Schwäche für keltische Mythologie (einer der Gründe, warum man mich bisweilen auch unter dem Nickname Rhiannon antrifft).

Unlängst bin ich nun über ein Lied gestolpert, das ich gerade suchte. Boudica von Karliene
Und beim x-ten Mal Hören dieses Liedes tauchte sie wieder auf: Radha.
Radha ist die Protagonistin eines ziemlich ambitionierten Projekts, denn hier soll die Rebellion der Boudica in ein fantastisches Setting versetzt werden. Als Radha das erste Mal auftauchte und ihre Geschichte erzählen wollte, habe ich ihr erklärt, dass ich nicht die Zeit für den Recherche-Aufwand habe und außerdem nicht unbedingt die Richtige für solche Projekte bin. Radha war so freundlich, wieder in den Hintergrund zu treten, aber sie blieb. Und wann immer ich über neue Geschichten um Boudica stolpere, sagt auch Radha wieder Hallo.
Und jetzt, wo ich nicht aufhören kann, das Lied zu hören, ist Radha auch wieder sehr präsent. Und was soll ich sagen, ich wäre dieses Mal sogar geneigt, ihr eine Chance zu geben. Nicht sofort, aber ich habe ja Zeit, die Recherche zu betreiben und so nach und nach die sehr komplexe Geschichte umzusetzen. Ich denke, ich kann jetzt sicher gehen, dass Radha nicht einfach verschwindet, sie hat schließlich ganz brav einige Jahre lang auf ihre Chance gewartet.

Habt ihr auch solche Protagonisten? Wie lange warten sie schon? Und was hat euch bisher davon abgehalten, ihre Geschichten zu erzählen?

Montag, 27. Februar 2017

Jugendliche im Generationenkonflikt - insbesondere in Dystopien

Schlägt man eine x-beliebige Zeitung auf oder surft über Nachrichtenseiten, man wird ihm begegnen, dem Konflikt zwischen der aktuellen Jugendgeneration und ihren Vorgängern, auch wenn sich die Kritik an den Generationen Y und Z ein wenig anders darstellt, als die an den vorhergehenden. Gegeben hat es den Generationenkonflikt aber so gesehen schon immer. Die "Alten" hatten Probleme erzeugt, die die "Jungen" auslöffeln mussten, die "Jungen" machten wieder einmal alles anders als es ihre Erzeuger erwarteten und schon wurde in irgendeiner Form jene alte Klage aus Babylon wiederholt:
„Die heutige Jugend ist von Grund auf verdorben, sie ist böse, gottlos und faul. Sie wird niemals so sein wie die Jugend vorher, und es wird ihr niemals gelingen, unsere Kultur zu erhalten“ (Babylonische Tontafel von ca. 1000 v. Chr.)
Klingt das bekannt? Wahrscheinlich, weil jede Generation seit 3000 Jahren und mehr eine ähnliche Klage anstimmt. Nun aber zu den Fakten: Zivilisation haben wir irgendwie immer noch. Wir sind nicht mehr im alten Babylon aber da wir uns irgendwie immer noch vom Tier unterscheiden, müssen wir es also geschafft haben, Kultur zu erhalten.



Hat es die Jugendgeneration nun schon in der aktuellen Zeit schwer, gegen die geballte Verurteilung der älteren Generationen anzukommen, wie muss es dann erst Jugendlichen gehen, die sich in einem dystopischen Setting wiederfinden?



Nun, man muss in meinen Augen hier die verschiedenen dystopischen Settings auseinandernehmen.



Postapokalyptische Settings haben meistens gemeinsam, dass die bisherigen Gesellschaftsregeln radikal über den Haufen geworfen werden, egal ob wegen einer Zombieapokalypse, Krieg oder einem Virus, das die Weltbevölkerung dahinrafft. In diesem Setting haben Jugendliche sogar einen Vorteil. Sie können sich schneller darauf einstellen, das zu tun, was notwendig ist, zu überleben. Sie sind außerdem im Regelfall körperlich fitter und dementsprechend weniger anfällig dafür, Krankheiten oder Verletzungen sofort zum Opfer zu fallen. Außerdem sind Jugendliche noch weniger festgefahren in gesellschaftlichen Konstrunkten, was es ihnen einfacher macht, damit zurecht zu kommen, dass die Gesellschaft mit einem Schlag zusammenbricht. Von 1999 bis 2003, also noch vor der Zeit, in der Dystopien im Trend lagen, gab es die Fernsehserie "The Tribe" in der ein Virus alle Erwachsenen getötet hatte, es also den Jugendlichen oblag, eine neue Gesellschaft hochzuziehen.In dieser Serie bedeutete das, dass die Jugendlichen sehr schnell "erwachsen" wurden, eben auch, weil sie damit rechnen mussten, als Erwachsene schnell zu sterben und dementsprechend auch vor dem Problem der Fortpflanzung und dem Aufziehen des Nachwuchses etc. standen. Wie realistisch das Ganze war, darüber will ich hier nicht groß eingehen, es geht mir mehr darum, dass die Jugendlichen hier zwar natürlich den Vorteil ihres geringen Alters ausspielen konnten, mit eventuell überlebenden Erwachsenen aber sehr böse aneinandergerasselt wären, weil sie (natürlich zwangsläufig) die Gesellschaft einmal auf den Kopf gestellt haben.
In mancher Hinsicht hinterfragen gerade jüngere Jugendliche auch weniger. Das macht sie in postapokalyptischen Settings eigentlich zu den idealen Bewohnern. Sie verzweifeln nicht daran, dass die Welt, wie sie sie kannten, dahin ist (wenn sie die zuvor bestehende Ordnung überhaupt noch aktiv mitbekommen haben), sondern handeln. Der insbesondere bei Jugendlichen besonders stark vorhandene Wunsch danach, dazuzugehören, lässt die jungen Bewohner einer postapokalyptischen Welt in mancher Hinsicht wohl auch schneller abstumpfen. Die anderen tun es ja auch, also wird es schon richtig sein. Insbesondere wenn die ältere Generation resigniert und verzweifelt, kann das für die Jugendlichen, die sich von den Eltern abgrenzen wollen, genau der Grund sein, die Initiative zu ergreifen. Außerdem müssen sie ja auch noch idealerweise einige Jahrzehnte in dieser postapokalyptischen Welt überleben, also geben sie sich weniger Zeit für Nostalgie etc.

Ein weiteres Setting will ich jetzt mal „Politisches Setting“ nennen. Dieses zeichnet sich dadurch aus, dass in diesem Fall die Veränderungen durch politische Eingriffe erfolgt sind. Grund für diese Eingriffe mögen ebenfalls Naturkatastrophen oder Kriege gewesen sein, aber hier dreht es sich meistens nicht mehr „nur“ ums Überleben der Einzelnen. Das macht die Konflikte oft subtiler. Auch weil die Gesellschaft, in der diese jungen Menschen aufwachsen, formbarer scheint. Dass man in „The Tribe“ stirbt, wenn man ein bestimmtes Alter erreicht, oder aber dass man zum Zombie wird, wenn einen ein Zombie beißt, das ist ein unausweichliches Schicksal, daran lässt sich nicht rütteln. Dass man zur falschen Fraktion gehört, im falschen Distrikt geboren ist oder Ähnliches, daran kann man rütteln. Und wie ich schon schrieb, Jugendliche wollen sich von den Eltern abgrenzen, rütteln daher also ganz gerne mal an den Gesellschaftsstrukturen. Bewegungen wie die Punks oder die Hippies machten das ja auch in der ganz realen Welt vor. Politischen Settings ist aber im Allgemeinen auch gemein, dass die jeweiligen Regierungen bzw. sonstige gesellschaftliche Eliten sehr hart durchgreifen, wenn jemand aus der Reihe tanzt. Es besteht in solchen Settings grundsätzlich eine gewisse Angst vor dem, was passieren könnte, wenn jemand aus der Reihe tanzt. Egal, ob das in Panem der Fall sein mag, oder in meiner eigenen Dystopie „Innocence lost“, es besteht die Angst davor, dass Einzelne, die aus der Reihe tanzen, das gesamte Gesellschaftskonstrukt ins Wanken oder sogar zum Einstürzen bringen können.

Und wenn man diese Angst als Grundlage nimmt, ist klar, warum gerade in solchen Settings das Verhältnis der Jugendlichen zu der aktuellen Erwachsenengeneration so angespannt ist.
Jugendliche tanzen aus der Reihe, das ist ganz normal. Sie grenzen sich von ihren Eltern ab, sie versuchen, eigene Wege zu finden und ihnen versperrt normalerweise keine Festgefahrenheit auf bestimmte Sachverhalte den Weg. Außerdem wissen sie im Regelfall instinktiv, dass sie nicht Schuld sind, an der Misere, in die die vorhergehende Generation sie hineingeritten hat. Sie wissen, dass sie in mancher Hinsicht stärker sind, als die Erwachsenen. Ein Beispiel wäre in „Die Tribute von Panem“ das Verhalten von Katniss und ihrer Mutter. Die Mutter verfällt nach dem Tod des Vaters in Apathie, kümmert sich nicht mehr um ihre Kinder und zwingt ihre älteste Tochter dadurch in die Rolle der Ernährerin und Beschützerin, die Katniss erfüllen muss, weil sie sonst ihre kleine Schwester und ihr eigenes Leben verlieren wird. Der Überlebenswille der Jugendlichen ist meistens stärker als alles andere. Die Tribute in Panem wissen, dass die Spiele nur einer überleben kann und sie setzen alles dran, dass sie dieser Jemand sind. Erwachsene in der selben Arena würden vermutlich bisweilen über Selbstmord nachdenken, um zumindest halbwegs schmerzfrei zu sterben. Das sind Gedanken, die den Jugendlichen gar nicht erst kommen.
Was aber unweigerlich kommt, egal ob bei Katniss, bei den Jugendlichen in meiner eigenen Dystopie oder bei anderen Jugendlichen in Dystopien ist irgendwann ein anderes Gefühl: Wut. Sie finden sich in einer Gesellschaft wieder, die sie einschränkt, sie bedroht und die über sie verfügt und es wird ihnen gesagt, dass sie nichts tun können. Und es ist meist die Generation ihrer Eltern oder Großeltern, die diese Strukturen etabliert hat. Und der Elterngeneration können sie zumindest den Vorwurf machen, die Verhältnisse geduldet zu haben. Je nachdem wie existentiell die jeweilige Bedrohung ist, verstärkt das die Wut, denn die Jugendlichen in Panem und in der Welt meiner Dystopie können ihren Eltern wirklich den Vorwurf machen: „Ihr lasst zu, dass man uns tötet!“
Nun ist das zum einen ein Vorwurf, den man als Eltern wirklich nicht hören will, zum andern wissen wir, die wir uns mit Gesellschaft etc. beschäftigen, dass Menschen wirklich schon sehr abgestumpft sein müssen, dass sie es hinnehmen, dass ihre Kinder weggenommen und getötet werden. Und Kinder und Jugendliche haben im Regelfall recht feine Antennen. Sie spüren diese Abstumpfung der vorhergehenden Generation und diese macht ihnen nicht selten Angst und erzeugt den Gedanken: „So will ich auf keinen Fall enden!“ Das, kombiniert mit der vorher bereits erwähnten Wut und der Tatsache, dass Jugendliche, insbesondere jüngere Jugendliche noch ziemlich in den Kategorien „Schwarz“ und „Weiß“ denken, ist auch bereits das Gefahrenpotential, das viele Erwachsene in den Jugendlichen sehen. Jugendliche sind nicht selten eher bereit, extreme Mittel einzusetzen, um ihre Ziele zu erreichen, weil sie ihre Ziele für uneingeschränkt richtig halten. Das soll jetzt nicht heißen, dass es nicht auch genügend Erwachsene gäbe, die so denken, sonst würde es Organisationen wie den IS oder andere Terrorgruppen nicht geben. Aber es soll hier schließlich um die Jugendlichen gehen.
Jugendliche, die eine bestimmte Sache als die Ihre übernommen haben, sehen meistens großzügig über die Fehler der jeweiligen Anführer bzw. Ideologien hinweg. Dies erklärt zum Beispiel die weitverbreitete Existenz eines gewissen Porträts in Rot und Schwarz, in Jugendzimmern dieses Planeten. Bereits erraten, welches Porträt ich meine? Nein? Ein Tipp noch: Der Gesuchte trägt auf diesem Porträt eine Militärmütze mit Stern. Genau: Che Guevara. Nicht, dass dieser Herr eine wirklich weiße Weste hätte, aber er steht für Rebellion, in gewisser Weise für Freiheit und Gleichheit und das reicht schon, um ihn in den Jugendzimmern unsterblich zu machen. Ich will nun keinesfalls behaupten, dass alle Jugendlichen unkritisch wären. Aber so lange man selbst noch auf der Suche nach Falsch und Richtig ist, kann man bisweilen auch das Eine mit dem Anderen verwechseln. Das passiert auch begeisterten Erwachsenen, aber im Prozentsatz ist das die kleinere Gruppe.
Und nun kommen wir zu dem tatsächlichen Konflikt: Auf der einen Seite haben wir die Jugendlichen, noch unverbraucht, begeistert von eine bestimmten Idee, wütend auf das System und wild entschlossen, es anders zu machen, als ihre Eltern.
Auf der anderen Seite haben wir die Erwachsenen, desillusioniert, teilweise schon fast apathisch, eingeschossen auf das jeweilige System und erschrocken vor der Wut der Jugendlichen.
Da die meisten Erwachsenen recht schnell vergessen, dass sie diese Wut einmal selbst verspürt haben, ist klar, warum sie die Jugendlichen für fähig halten, entsetzliches Unrecht zu begehen.
Das wiederum kann den Konflikt noch zusätzlich befeuern, weil die Jugendlichen sich, zu Recht, als ungerecht behandelt empfinden und die Wut dadurch noch intensiviert wird. Man kann die Gefahr eines Teufelskreises aus diesem Absatz herauslesen.
Und wie meistens in einem Konflikt, in dem alle und keiner Recht haben, gibt es da auch keine einfache Lösung. In unserer Welt löst sich der Konflikt im Regelfall dadurch auf, dass Jugendliche nun einmal nicht ewig Jugendliche bleiben.
In einer Welt wie Panem, in der die Gesellschaft auf einem sehr viel wackeligeren Fundament errichtet wurde, ist es allerdings einfach möglich, dass der ursprüngliche Generationenkonflikt sich zu einem Konflikt zwischen verschiedenen Fraktionen ausweitet und die Gesellschaft tatsächlich sprengt. Kein Verlust, mag man jetzt sagen, aber es erklärt, warum so viele Menschen mehr Angst vor jugendlichen Unruhestiftern, als vor tatsächlichen Verbrechern zu haben scheinen.
Um den Generationenkonflikt wirklich erschöpfend zu behandeln, müsste man nun eigentlich auch noch auf die insbesondere männliche Neigung zu deviantem Verhalten etc. eingehen, aber das wäre ein Buch für sich und würde damit den Rahmen eines einzelnen Beitrags zur Blogparade wirklich sprengen. Von daher halte ich es weiterhin ein wenig oberflächlicher und versuche, einen Gesamtabriss zu geben.

Der Generationenkonflikt zeigt sich aber auch noch an etwas anderem, nämlich an den Bemühungen, die gezeigt werden, um die Gefahr, die von der jungen Generation auszugehen scheint, einzudämmen. Dies kann zum Beispiel die Tatsache sein, dass man hier in Deutschland erst mit 18 das Wahlrecht hat, jedoch durchaus auch schon deutlich jünger strafrechtlich belangt werden kann und auch schon früher steuerzahlender Arbeitnehmer sein kann, das können in verschiedenen Dystopien Arbeitslager, Bootcamps oder auch die Hungerspiele sein. Es kann aber auch die Tatsache sein, dass man mit Auswahlverfahren und Tests die Jugendlichen verschiedenen Fraktionen zuordnet, was ein ganz guter Trick ist, um zu verhindern, dass sie sich alle zusammenschließen. Denn da Gruppen nur dadurch Bestand haben, dass sie sich von anderen abgrenzen, lenkt man den Konflikt von dem zwischen den Generationen auf den gewollten Konflikt zwischen den Fraktionen um.
Und jetzt ist auch klar, warum Katniss oder andere jugendliche Anführer einer Rebellion eine solche Horrorvorstellung für totalitäre Regime sind. Rebellionen sind für solche Regime immer ärgerlich und gefährlich. Nun aber auch noch eine Jugendliche an der Spitze zu haben, mit der sich also auch die anderen Jugendlichen besser identifizieren können, heißt, dass es mehr Unterstützer gibt, die bereit sind, für ihre jeweiligen Ideale aufs Ganze zu gehen. Und selbst wenn diese Rebellion niedergeschlagen wird, wird man sie nicht ganz los, weil man die nächsten Jahre bis Jahrzehnte Menschen im Volk hat, die sich noch an ihre Teilnahme an der Rebellion erinnern werden und daraus möglicherweise auch Kraft schöpfen und diese Ideale weitergeben. Weitergeben an eine nächste Generation, der nicht mehr der Schreck über die Niederschlagung der Rebellion in den Knochen sitzt. Das ist für ein totalitäres Regime wirklich ein Albtraum. Und dann kommt noch dazu, dass totalitäre Regimes von guter Propaganda leben und überleben. Jugendliche aus dem Weg räumen zu müssen, ist aber denkbar schlechte Propaganda, zumal es auch die Gefahr birgt, dass die Erwachsenen doch noch einmal aus ihrer Lethargie erwachen und den Kampf aufnehmen, den sie um ihrer selbst Willen nicht mehr aufnehmen würden. Das ist für die jeweiligen Regimes dann im Regelfall der Todesstoß, selbst wenn die Regierung nicht sofort zusammenbricht, es hat weder in der Geschichte unseres Planeten, noch in den Dystopien, die ich so gelesen, bzw. davon gehört oder gesehen habe, Regimes gegeben, die sich davon jemals wieder vollständig erholt haben.
Mit diesem kurzen Abriss schließe ich auch, denn wie gesagt, mehr würde Bücher füllen und hat sie auch bereits gefüllt.

Was brachte mich nun dazu, diesen Artikel schreiben zu wollen? Nun, zum einen gehöre ich selbst zur so oft geschmähten Generation Y und bin damit wohl gerade in dem seltsamen Spannungsfeld, mich sowohl den Jugendlichen als auch den Erwachsenen zugehörig zu fühlen, weil ich noch nahe genug an den Jugendlichen dran, aber auch nicht mehr so weit von den Erwachsenen weg bin. Dies beeinflusst natürlich auch mein Schreiben. Und da ich mit Zombieapokalypsen und Weltuntergängen noch nie allzu viel anfangen konnte, wenden sich meine Dystopien dementsprechend eher den politischen Settings zu. Und da man über Dinge, die man selbst in gewisser Weise auch erlebt hat, am einfachsten schreiben kann, fließt der Generationenkonflikt geradezu zwangsläufig mit in mein Schreiben ein und da ich ihn in „Innocence lost“ in gewisser Weise bis zum Exzess ausgelotet habe, indem ich bestehende Tendenzen wirklich bis auf die Spitze getrieben habe, hatte ich nun einmal das Bedürfnis, auch darüber zu bloggen, wofür sich diese Blogparade geradezu anbot.Morgen findet ihr dann einen Artikel von Guddy Hoffmann über Rassismus im Rahmen der Blogparade. Und die Sammlung aller Artikel findet ihr bei Meara Finnegan, die das Ganze auch initiiert hat.

Montag, 2. Januar 2017

Rückblick 2016 und Ausblick auf 2017

Das war es also mit 2016. Ein turbulentes, bisweilen recht bösartiges Jahr.

Schreibtechnisch hat mich das Jahr definitiv weitergebracht, immerhin ist seit November 2016 mein Romandebüt Innocence lost erhältlich.
Aber ansonsten habe ich in dem Jahr, auch wenn ich nicht gezählt habe, wohl einen Negativrekord aufgestellt. Ich habe kaum was geschrieben. Fertig bekommen schon gar nichts. Aber gut, schlechte Jahre gibt es immer wieder mal. Und 2016 war ein Jahr in dem mir das Leben nicht selten quer kam und mich entweder aus Zeitgründen oder aus persönlichen Gründen am Schreiben gehindert hat.
Deshalb fielen auch die letzten beiden Wochenrückblicke aus. Ich hatte nichts geschrieben und war aus persönlichen Gründen auch nicht wirklich in der Lage was zu schreiben.

Fassen wir es einfach als ein Jahr zusammen, das Spaß an Achterbahnfahrten hatte. Und ein Jahr, dem ich nicht unbedingt nachtrauere.

Was steht nun 2017 an?

Veröffentlichungstechnisch wird 2017 den zweiten Teil meines Debüts erscheinen und wenn ich Glück habe, auch der Roman im Print.

Schreibtechnisch habe ich Folgendes vor:
- Die Töchter des Drachen: Mein pseudohistorischer Chinaroman in dem meine Kampfsportbegeisterung zum Ausdruck kommt. Ich habe den Roman im Dezember begonnen, er steckt also noch vollkommen in den Kinderschuhen, soll nach Möglichkeit aber fertig werden.

- Geboren, um zu leben: Ein Spin-off von Innocence lost. Der Roman ist mein erster Jugendroman und wie schon Innocence lost nicht ganz ohne zu schreiben. Ich würde ihn aber gerne möglichst schnell nach Innocence lost nachschieben können. Von daher soll dies der zweite Roman werden, der fertig wird.

Mehr erwarte ich gar nicht. 2017 ist das erste Jahr, das ich komplett als Arbeitnehmerin bestreiten werde, von daher erwarte ich nicht, da übermäßig produktiv zu sein.

Sonntag, 11. Dezember 2016

KW 49 2016 Das Wort zum Sonntag - Wenn einem das Leben dazwischenfunkt

Li Fang, ihr Vater war einst Soldat gewesen. In der Nachbarschaft wurde gemunkelt, er habe in der Armee des Kaisers sogar den Rang eines Offiziers inne gehabt. Doch das war vor dem Krieg gewesen. Er selbst behauptete, es seien Unterstellungen, aber die Gerüchte über seine Feigheit hielten sich hartnäckig. Man behauptete, Li Fang sei vor den heranrückenden Feinden geflohen, ohne den Versuch einer Gegenwehr. Hua wusste nicht, was wahr war, es interessierte sie auch nicht, denn selbst wenn es Unterstellungen waren, verachtete man ihren Vater dafür. Auf dem Heiratsmarkt war sein Wert deshalb stark gesunken und er hatte schließlich nur Huas Mutter gefunden. Li Dao-Ming war die vaterlos geborene Tochter einer Hure und damit war ihr weiterer Lebensweg vorgezeichnet gewesen. Nicht hübsch genug, um zur Konkubine werden zu können, hatte sie sich ihr Geld jahrelang damit verdient, für Männer die Beine breit zu machen. Die Heirat mit Huas Vater hatte sie kurzfristig aus ihrem Elend befreit. Doch dann hatte sie den Fehler gemacht, als erstes Kind eine Tochter zur Welt zu bringen. Einzig die Angst vor den Ahnen hatte Huas Eltern davon abgehalten, das Mädchen direkt nach der Geburt auszusetzen oder zu töten. Aber Hua spürte die Verachtung ihrer Eltern. Sie wusste, dass diese ihr die Schuld dafür gaben, immer noch so arm zu sein. Da Li Fang als Feigling kein Soldat mehr werden konnte, war er gezwungen, als Straßenverkäufer zu arbeiten. Tag für Tag schob er den schweren Karren mit Obst durch die Straßen, um die paar Münzen zu verdienen, die seiner Familie das Überleben sicherten. Bei ihrer Mutter war Hua sich nicht sicher, ob diese nicht von Zeit zu Zeit immer noch als Hure arbeitete, um den mageren Lohn von Li Fang aufzubessern.
Aus "Die Töchter des Drachen"

Diese Woche war schreibtechnisch ziemlich verhext. Ein schwerer Krankheitsfall in der Familie, Ärger an der Jobfront und meine Unfähigkeit zur Multilokalität haben mir diese Woche ordentlich Schreibzeit gefressen. Entweder Zeit oder Konzentration waren meistens im Eimer.

Aber was soll ich sagen, es ist fast Mitte Dezember eines für mich persönlich sehr harten Jahres, ich habe einen NaNo hinter mir und auch mir als Einsiedlerkrebs ist die Zeit mit meinen Freunden sehr wichtig. Also akzeptiere ich es einfach, dass diese Woche schreibtechnisch zu vergessen war und mache weiter. Es werden wieder bessere Wochen kommen, so wie überall bessere Zeiten kommen, wenn es zuerst hart war. Wichtig ist nicht, wie schnell es geht, sondern nur, dass es weitergeht!

Sonntag, 4. Dezember 2016

KW 48 2016 Wort zum Sonntag - NaNo-Ende, neuer Roman und Schwärmereien der Autorin


Hua selbst träumte davon, ebenfalls Kung-Fu lernen zu dürfen, seit sie ein kleines Kind war. Es war nicht einmal die Kampffähigkeit gewesen, die sie zunächst interessiert hatte. Als kleines Mädchen war sie davon beeindruckt gewesen, wie diee Mönche aus dem sanften, in sich ruhenden Wesen eine solche plötzliche Brachialgewalt an den Tag legen konnten. Und es hatte sie berührt, dass selbst riesige Gruppen der Mönche wirkten wie ein einziges Wesen. Jeder hatte seinen Platz darin, ohne zugleich etwas Besonderes zu sein. Später hatte sie Kung-Fu zusätzlich noch als nützlich angesehen. Es würde ihr die Möglichkeit geben, sich verteidigen zu können, so dies sein musste. Außerdem würde es sie von der Schande, als erstgeborenes Kind ein Mädchen zu sein, befreien. Denn sie spürte instinktiv, dass ihr Geschlecht im Kung-Fu keine Rolle spielte.
Während sie langsam, jede einzelne Bewegung betonend, eine Reihe von Techniken durchging, wanderten Huas Gedanken zurück, an jenen Tag vor neun Jahren, als sie den Mann getroffen hatte, dem sie diese Leidenschaft verdankte.
Aus: Die Töchter des Drachen

Die Woche begann mit den letzten Tagen des National Novel Writing Month. Zum ersten Mal seit 2010 habe ich den NaNo dieses Jahr nicht gewonnen. Aber dieses Jahr macht mir das auch nichts aus. Mir kam in mehrfacher Hinsicht das Leben dazwischen und ich muss mir nicht um jeden Preis etwas beweisen. Und mehr als 47.000 Wörter sind doch auch eine Leistung, mit der ich zufrieden bin, zumal es deutlich mehr war, als das ganze Jahr davor.

Seit dem 1. Dezember habe ich auch noch ein weiteres Projekt in der Mache, das zunächst einmal den Arbeitstitel "Die Töchter des Drachen" tragen wird und in einem fiktiven historischen China spielt. Der Textauszug stammt aus dem ersten Kapitel.
Die Handlung des Romans ist folgende:
Li Hua steht im Schatten ihres Bruders. Während er von wandernden Mönchen Kung-Fu erlernen darf, ist Hua ans Haus gefesselt und ihre Eltern erlauben ihr nicht, ebenfalls zu trainieren. So beobachtet sie heimlich das Training ihres Bruders und übt nächtelang. Dabei wird sie von Chongde entdeckt, einer der "Töchter des Drachen". Diese hat von Xiao Chen Straftraining aufgebrummt bekommen, weil sie im Training nachlässig war. In der Hoffnung, so wieder in der Gunst der Meisterin zu steigen, bringt Chongde Hua zu Xiao Chen. Diese erkennt, dass Hua Talent hat, weil sie trotz der Tatsache, dass sie nie Unterricht hatte, recht weit gekommen ist. Xiao Chen bietet Hua an, der Organisation beizutreten. Die "Töchter des Drachen" sind eine reine Frauengruppe, denen nachgesagt wird, dass sie die Gesellschaft verändern wollen. Das ist Hua eigentlich egal. Sie sieht in dieser Organisation eigentlich nur die Möglichkeit, sich endlich einen Platz zu erarbeiten, an dem sie nicht nur die Tochter ist, die durch ihre pure Existenz die Familie in Schwierigkeiten bringt.
In ihrem Bestreben, wirklich gut zu werden, trainiert sie erneut nächtelang. Und dabei belauscht sie zufällig einen Streit zwischen der Dame Jin und Xiao Chen. Die Dame Jin ist ungeduldig, will ihre "Armee" endlich einsetzen, Xiao Chen hält dagegen, dass die Mädchen noch nicht so weit sind. Hua versteht nicht wirklich, was hier vor sich geht, aber sie spürt, dass sich zwischen der Rebellenanführerin und ihrer besten Meisterin etwas anbahnt, das sie noch beeinflussen könnte.
Es dauert nicht allzu lang, dann zieht Xiao Chen sie ins Vertrauen. Die Dame Jin ist bereit, alle Mädchen zu opfern, um ihr Ziel, den Kaiser zu stürzen, zu erreichen. Xiao Chen will das nicht, sie glaubt daran, dass die Mädchen einfach noch ein bisschen mehr Zeit bräuchten. Xiao Chen möchte die Dame Jin herausfordern und ihr auf diese Weise die Mädchen mitnehmen.
Wie sich herausstellt, hat die Dame Jin als ehemalige Lieblingskonkubine des Kaisers eine persönliche Rechnung mit ihm offen und ist daher keiner Vernunft zugänglich. Xiao Chen ist unglücklich in die Dame Jin verliebt und möchte sie retten, weshalb sie bereit ist, alles aufs Spiel zu setzen.
Hua muss sich entscheiden. Sie hat nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen, wenn sie sich für die richtige Seite entscheidet. Sie ist sich unsicher, ob es nun sinnvoller wäre, den Versprechen der Dame Jin von schnellem, unsterblichem Ruhm zu folgen, oder dem wesentlich zurückhaltenderen Weg von Xiao Chen.
Schließlich eskaliert die Situation zwischen Xiao Chen und der Dame Jin und Erstere fordert letztere zum Duell. Die "Töchter des Drachen" trennen sich, einige Mädchen folgen der Dame Jin, die anderen bleiben bei Xiao Chen.
Und Hua wird auf einmal zum zentralen Konflikt zwischen den beiden, denn sowohl Die Dame Jin, als auch Xiao Chen bitten sie, bei ihr zu bleiben. Hua möchte sich nicht entscheiden, aber sie ist zu weit gegangen, als dass sie die "Töchter des Drachen" noch verlassen könnte. Sie kann sie nur noch vereinen, wenn sie es den beiden Frauen begreiflich machen kann, dass sie allein keine Chance haben.

Da ich mich mit fernöstlichen Kampfkünsten recht gut, mit dem alten China dafür umso weniger auskenne, wird da noch einiges an Recherche anfallen, aber ich bin guter Dinge, das hinzubekommen. Wenn ein Roman unbedingt geschrieben werden möchte, so wie dieser hier, dann klappt das auch, da sich Romane in diesem Fall dann meistens kooperativ zeigen.

Eine kleine Veränderung hier: Das Wort zum Sonntag

Nein, ich meine damit nichts Religiöses. Damit ist einfach nur ein wöchentlicher Beitrag gemeint, in dem ich alles festhalten werde, was mir für die jeweilige Woche als wichtig erscheint. Das Ganze habe ich vor, wenigstens ein Jahr lang zu führen. Zum einen, um mal eine Regelmäßigkeit in diesen Blog zu bekommen, zum anderen, weil es mich durchaus auch selbst interessiert, wie sich das Schreiben so entwickelt. Und nachdem mein erstes Baby, sprich mein erster Roman, seit fast einem Monat das Licht der Welt erblickt hat, ist das, glaube ich ein guter Zeitpunkt.

Innocence lost ist am 7. November 2016 im Verlag ohneohren erschienen und freut sich über interessierte Leser. So als kleine, schamlose Eigenwerbung am Rande.

Ich werde nun also jede Woche eine Zusammenfassung über mein Dasein als Autorin bloggen und sowohl gute, als auch schlechte Wochen wahrheitsgetreu auflisten.
Dazu wird es immer einen kleinen Auszug aus dem geben, was ich diese Woche so geschrieben habe, damit ihr euch ein Bild darüber machen könnt, was ich so fabriziere. Da ich eigentlich grundsätzlich mehrere Eisen im Feuer habe, denke ich, könnt ihr euch dann auch ein Bild von meinen Projekten machen.
Besondere Ereignisse innerhalb der jeweiligen Wochen finden in den Worten zum Sonntag ebenso ihren Platz, wie Gedankenspielereien, die nicht groß genug für einen eigenen Post sind.
Große Dinge finden natürlich ihren Platz in eigenen Posts, aber ich will meinen Blog nicht immer monatelang hungern lassen. Deshalb jetzt das Wort zum Sonntag.